Kategorie: Günter Landsberger
Ernesto Sábato: Der Tunnel

Ernesto Sábatos Kurzroman „Der Tunnel“ als 1. Teil seiner großen Argentinischen Trilogie (El túnel, Buenos Aires 1948; Sobre héroes y tumbas, Buenos Aires 1961; Abbadón el exterminador, Buenos Aires 1974) Copyright: Roberto Bobrow Als Ernesto Sábato 80 wurde, erschien ein charakteristischer Auswahlband seiner Essays unter dem Titel „Die unbesiegten Furien“ (Frankfurt a. M. / Berlin 1991) in der Übersetzung Maria [...]

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Lesen und Innehalten

VORAB- UND ZWISCHENBERICHT ZU ERNESTO SÁBATOS ERSTLINGSROMAN „El túnel“ (1948) Lesen bietet immer die Möglichkeit innezuhalten. Und in zunehmendem Maße weiß ich das  ja auch wieder zu schätzen. Doch auch im Lesen selber muss man manches Mal innehalten und rechtzeitig Pausen setzen können, damit der Text, da, wo er zu atmen beginnt, möglichst lange noch bei Atem bleibt. Und so [...]

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Di Benedetto: Zama wartet

zu Antonio DI BENEDETTO: Und Zama wartet (Autorisierte Übersetzung aus dem argentinischen Spanisch unter Berücksichtigung der vom Autor für die Neuausgabe 1967 vorgesehenen Änderungen von Maria Bamberg, Horst Erdmann Verlag für Internationalen Kulturaustausch, Tübingen und Basel 1967) A Antonio Di Benedettos (1922 – 1986) bei all seiner schmählichen Unbekanntheit bei uns – bekanntestes Buch „Zama“ hat, nachdem ich es vor [...]

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Spuren legen V

Sebastián Urrutia Lacroix gerät (S.75) mit einem Mal in eine tiefe innere Krise, Schaffenskrise und Erschöpftheit, in eine große “Langeweile und Niedergeschlagenheit”, zu denen sich – nur etwas kleiner – “Verwirrung und Aufgewühltheit” hinzugesellen. Wodurch denn ist er – noch dazu so ziemlich plötzlich – in dieser überaus kritischen, zunehmend auswegloser erscheinenden Lage gelandet? Die Ernst Jünger- und die Schuhfabrikantenerzählung, [...]

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Nachtstück ohne Perücke

Zumindest den Anfang dieses kurzen, sehr lesenswerten Romans habe ich vor Monaten schon einmal gelesen. Leider konnte ich damals nicht weiterlesen. – Vor kurzem jedoch, auf unserer vor wenigen Stunden zu Ende gegangenen Frankreichreise, habe ich vor anderthalb Wochen ein paar frühe Morgenstunden an einigen Tagen dazu nutzen können, mit sehr großem Interesse den ganzen Roman zu lesen. Merkwürdigerweise waren [...]

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Literatur-Spaziergang

Georges Perec, der französische Schriftsteller und Filmemacher ist Wikipedia zufolge am 7. März 1936 in Paris geboren und am 3. März 1982 in Ivry-sur-Seine gestorben. In RBs „Spaziergang durch die Literatur“, in der deutschen Übersetzung Heinrich von Berenbergs abgedruckt in RBs Essayband „Exil im Niemandsland / Fragmente einer Autobiographie“ (Berlin 2008, S.124 – S.135), knüpft gleich das erste der 57 [...]

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Kafka in Kloaken

Wie wird es mit der Rezeption mehr oder minder bedeutender, schon heute meist geschichtlich gewordener europäischer und lateinamerikanischer Autor…n des 20. Jahrhunderts innerhalb der – großzügig gesagt – nächsten 171 – 200 Jahre bestellt sein und weitergehen? Da diese ernsthaft stellbare Frage ohne eine gewisse Spökenkiekerei wohl kaum solide beantwortet werden kann, kommt es im 13. Kapitel über mehr als [...]

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Unvollständiger Rückblick

Kapitel: Horrorgeschichte, Fremdheit, Wahnsinn, Staub der ganzen Welt, Eiseskälte, dieser traurige Blick, das schwarze Loch, Höllenschlund, die dunkle Nacht der Seele,     Staubwolke, alles zu Staub Kapitel: hängte sich an einen Baum, manchmal auch ein Gespenst namens Lilian Serpas,     Fieberwahn, Alptraum, die Tränen, viele Tote auf dem Tlatelolco, Pedro Garfías – gestorben aus Trauer über Spanien und die Welt, [...]

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Alles längst durchlitten

Der Anfang des 10. Kapitels findet den Übergang vom 9. her. Nach Remedios Varo (9. Kap.) tritt eine weitere von Auxilio Lacouture sehr wichtig genommene Frau in den Blick: Lilian Serpas. Punktuell war in früheren Kapiteln von ihr bereits die Rede (vgl. S.24, S.40, S.79). Jetzt (ab Seite 104) wird sie ausführlicher ins Licht gerückt, in ihr Recht gesetzt. Gelegentlich [...]

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Die Macht des Erzählens

Als ich vor Monaten den kurzen Roman „Amuleto“ zum ersten Mal las, fiel mir dabei das 8. Kapitel besonders auf. Jetzt, wo ich beim abermaligen Lesen, ganz brav mich von Kapitel zu Kapitel forthankelnd, nicht mehr in einem Zuge lese, wirken die einzelnen Kapitel, so auch dieses, österreichisch gesprochen, „um’s Kennen“ anders. Ich weiß noch, dass mir das traumhaft Szenische [...]

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Erde in Bewegung

Welches Licht fällt im 6. Kapitel von Auxilio Lacouture her auf literaturgeschichtliche und geschichtlich-politische Zusammenhänge? Sie hebt als das Ziel der “jungen Dichter” in Mexiko (zwischen 1970 und 1973, wie zu erschließen ist) hervor, “nichts weniger, als die Erde in Bewegung zu setzen und, wenn der Augenblick (!, GFL) gekommen war, alle Denkmäler zu zerschlagen” (S.57).  Nicht ganz ohne wohlwollende [...]

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Gelegenheitsliebschaften

In erster Linie betont Auxilio im 5. Kap. allerdings – in letztbegründender Ableitung von ihrem “(E)ingemauert”sein “auf der Frauentoilette der Fakultät” “im Monat September des Jahres 1968″ – ihren “leidenschaftslosen Blick für” (S.43) all die jungen Dichter Mexikos, die nach 1968 unter ihren Augen heranwuchsen: “Alle wuchsen sie heran unter meinem schützenden Blick!” Die erotische, die Liebschaftskomponente ihres eigenen (gelegentlichen) [...]

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