Welches Kapitel hat Dir am besten gefallen? Mir hat das achte Kapitel, der filmreife Showdown – Auxilio Lacouture rettet gemeinsam mit den Dichtern Ernesto San Epifánio und Arturo Belaño einen Lehrling aus den Fängen des im Hotel Glücksklee residierenden Stricherkönigs – am besten gefallen. Das passiert mitten in DF, in der Wüste von Guerrero, die das Pendant zur Wüste von [...]
Auxilio Lacouture beschließt, von den Bergen herabzusteigen, nicht auf dem Frauenklo zu verhungern, und beim Abstieg gehen ihr heitere, aber auch ungeheuerliche Gedanken durch den Kopf. Sie kommt eines Abends an den Rand der unendlichen schneeverwehten Zone und erblickt ein Tal, in dem ein langer Zug von Kindern, jungen Menschen – Lateinamerikas herrliche Kinder – singend auf den Abgrund zuwandert, [...]
Auxilio Lacouture ist erschöpft, von Carlos Coffeen, von Orestes und Erigones Geschichte, von ihrer eigenen Geschichte und den Jahren, die ihr noch bleiben, und weil dort in ihrem Schiff in der Zeit, auf dem Frauenklo der Fakultät für Philosophie und Literatur, […] der Mond […] eine Fliese nach der anderen dahinschmelzen [läßt], bis sich ein Loch öffnet, durch das Bilder [...]
Auxilio Lacouture und Carlos Coffeen Serpas parlieren noch etwas über Orest und Erigone, und die Trennung im Morgengrauen – wie die von Kapitel 11 – ist längst überfällig, doch Auxilio Lacouture kann sich nicht trennen, sondern phantasiert noch etwas über Kronos, über ihren Transport von der Frauentoilette im vierten Stock der Fakultät für Philosophie und Literatur in den Operationssaal – [...]
Auxilio Lacouture phantasiert sich mit einer Botschaft von Lilian Serpas an deren infernalischen Sohn, den verrückten Maler, legendären Außenseiter,… im Gepäck zu Serpas’ Wohnung, sie ist beharrlich und wird eingelassen, sie drängt sich (wie eigentlich immer) auf und darf bleiben und bleibt (zunächst) reglos und stumm, aber ihre Augen registrierten alles in der Wohnung. Carlos Coffeen Serpas wehrt sich schließlich [...]
Auxilio Lacouture verlässt schlafwandelnd das Haus von Remedios Varo, und sie kommt irgendwie nicht mehr in ihrer eigentlichen Jetzt-Zeit an; ihre Sinne sind mit Dolchen an den Raum geheftet, nicht an die Zeit, die ihr aus irren Augen zublinzelt, so dass der Mond über der mexikanischen Hauptstadt […], wieder einmal über die Fliesen der Frauentoilette im vierten Stock der Fakultät [...]
Auxilio Lacouture verlässt das Genre Horrorfilm und kehrt in ihr Schiff in der Zeit, in die Frauentoilette im vierten Stock der Fakultät für Philosophie und Literatur, zurück. Die Fähigkeit, ihren Geist frei und ungebunden durch die Zeiten schwimmen zu lassen, nutzt sie für einen Besuch bei der katalanischen surrealistischen Malerin Remedios Varo im Jahr 1962 – ein Jahr vor deren [...]
Auxilio Lacouture, Leserin und Mutter […], Beobachterin von sich bei zunehmender Trockenheit bildenden Bodenmustern, Ernesto San Epifánio, Dichter aus Mexiko, und Arturo Belano, Dichter aus Chile, retten Juan de Dios Montes, Lehrling in einer Brotfabrik, aus den Fängen des Stricherkönigs; die Szene im Hotel Glücksklee ist filmreif, und die Wüste von Guerrero in DF ist das Pendant zur Wüste von [...]
Auxilio Lacouture versteht, dass Arturo Belano nach seiner Rückkehr aus Chile im Januar 1974 verändert ist und sich seinen alten Freunden zunehmend entfremdet. Auxilio und Arturo begleiten Ernesto San Epifánio zu seinem Stricher-König durch die windige Nacht der Avenida Guerrero – die einem Friedhof im Jahre 2666 gleicht.
Auxilio Lacouture hat, weil sie in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken kann, eine unerschütterliche, hohe Meinung von der Dichtkunst eines José Emilio Pacheco, die sie gegen das Kauderwelsch, die Ignoranz und die vermeintlich avantgardistischen Gesten der jungen Dichter Mexikos verteidigt. Diesen jungen Dichtern, insbesondere Arturo Belano, den sie 1973 bei seiner Abreise nach Chile verabschiedet, ist und fühlt [...]
Auxilio Lacouture lernt die Philosophin Elena kennen und lieben und verliert sie wieder, aber so sicher ist das gar nicht, denn Auxilio nimmt die Zeit nicht linear ablaufend wahr, sondern von der Frauentoilette aus, im vierten Stock der Fakultät für Philosophie und Literatur, ihrem Schiff in der Zeit, von wo aus ihr Blick auf alle Zeiten fällt, zu denen Auxilio [...]
Zwei Jahre später lernt Auxilio Lacouture während einer Dichterversammlung das jüngste aller jungen Talente, Arturo Belano, kennen und freundet sich auch mit ihm und seiner Familie an; ihr tägliches Leben dagegen bleibt ein Herumstreifen von einem Ende der Stadt zum andern, grad wie der Nachtwind durch die Straßen und Alleen von Mexikos Hauptstadt blies.









