Kategorie: 4. Verbrechen
“Wer weiß, der weiß, wer nicht weiß, tut gut daran, zu lernen.”

Der heutige Stand – Seite 600. Es war keine leichte Lektüre mit all diesen Morden und vielfachen Vergewaltigungen. Auch fragte ich mich, wie die Polizei so lausig arbeiten kann… Die Blogger von zwei666 haben den Inhalt dieser Seiten schon sehr ausführlich beschrieben, deswegen verzichte ich darauf. Ich stelle mir aber eine wichtige Frage: ist Klaus Haas (der Verdächtige bei den [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 4 Kommentaren
Melange immerwährender Gewalt

[...] ein langes hilfloses Warten, ein Warten, dessen Rückgrat die Ohnmacht war, übrigens etwas sehr Lateinamerikanisches [...] 2666, S. 641 Nach etwas mehr als einer weiteren Woche war Der Teil von den Verbrechen ausgelesen. Zwischenstopp. Die Gedanken mussten sich ein paar Tage beruhigen. Bolaño erzählt chronologisch 107 an Mädchen und Frauen begangene Morde; ihre Leichen wurden im Verlauf der Jahre [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 9 Kommentaren
Keuschnig: Litanei der Leichenfunde

Der vierte Teil beginnt im Jahr 1993 (endet Ende 1997) und listet litaneiartig die teilweise fürchterlich entstellten Leichenfunde auf. Es sind einhundertvier tote Frauen (vom zehnjährigen Kind bis zur reifen Ehefrau) auf dreihundertzweiundvierzig Seiten. Trotz diverser Exkurse, beispielsweise über einen vermutlich sakrophobischen Kirchenschänder, der unterschiedlichen Charaktere der Gerichtsmediziner von Santa Teresa, den Frauenwitzen der Polizei, einem Snuff-Video-Ring (der dann doch [...]

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Stephan Schäff: Buch der 2666 Listen

Gestern bin ich mit der englischen Version von 2666 fertig geworden. Mit einem Seufzer. Und ein Aspekt ist mir besonders aufgefallen: Roberto Bolaños 2666 hätte mit “Das Buch der Listen” einen adäquaten Titel gehabt. Es gibt nichts, was nicht aufgelistet wird: osteuropäische Flüsse, Gegenstände, Treffen, Stilblüten, Philosophen und nicht zuletzt Mädchen- und Frauenleichen. Nun hat ein anderer Schriftsteller sich gerade [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 4 Kommentaren
2666/9: No comment…oder doch?

An diesem Wochenende bin ich in den “Teil von den Verbrechen” eingetaucht. Alle, die diese Seiten lesen, bzw. gelesen haben, können nachvollziehen, dass es sehr schwierig ist, diese makabren Verbrechen zu kommentieren. Auf praktisch jeder Seite wird eine Misshandlung oder eine Leiche – allesamt Frauen – beschrieben. Die Sprache Bolaños zieht mich aber jedes Mal in ihren Bann und jeder [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 14 Kommentaren
Stand der Dinge

In der vergangenen Woche habe ich den Teil der Verbrechen abgeschlossen. So ganz weiß ich noch nicht, wie ich die erlebten Erfahrungen einordnen und abspeichern soll. Was in den vergangenen Tagen über das Kapitel auf diesem Blog gesagt wurde, entspricht meinen Gedanken. Doch nicht vollständig, da ist noch etwas Anderes, nicht greifbares, dass ich noch nicht zu beschreiben im Stande [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 32 Kommentaren
eine andauernde Spurensuche

“Der Teil von den Verbrechen” umfasst im engeren Sinne einen Zeitraum von Anfang 1993 bis Ende 1997, also einen Zeitraum von ziemlich genau fünf Jahren. Die vorausgegangenen Romanteile hatten zuvor schon diesen Zeitraum um einiges überschritten. Zeitlich am weitesten – auch auf das Romanganze gesehen – war sogar schon der erste Teil, “Der Teil der Kritiker”, vorgestoßen, bis hinein nämlich [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 1 Kommentar
Beherrschen, was einen erschreckt

Natürlich macht das Lesen des “Teil(s) von den Verbrechen keinen Spaß”. Sag ich ja. Unbestriitten scheint mir auch zu sein, dass die Frauen im Nachhinein eine “ganz besondere Würdigung” erfahren. Sie werden über das Schreiben/Lesen “im gemeinsamen Erinnern noch einmal lebendig”. (s. Thorsten Krämer) Dass sie aber so dem Vergessen der Geschichte entrissen werden, ist nicht das, was diesen Teil [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 1 Kommentar
Nicht der Tod

Als Jugendlicher las ich einmal meiner Mutter Gottfried Benns Gedicht Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke vor. Ich war damals sehr begeistert von Benn und kündigte das Gedicht entsprechend euphorisch an. Meine Mutter war entsetzt, sie konnte nicht verstehen, was ich ‘schön’ daran fand, etwas über Krebskranke im Endstadium zu lesen. Auch heute käme sie wohl nicht auf die [...]

Von Marvin Kleinemeier mit 4 Kommentaren