Welches Licht fällt im 6. Kapitel von Auxilio Lacouture her auf literaturgeschichtliche und geschichtlich-politische Zusammenhänge? Sie hebt als das Ziel der “jungen Dichter” in Mexiko (zwischen 1970 und 1973, wie zu erschließen ist) hervor, “nichts weniger, als die Erde in Bewegung zu setzen und, wenn der Augenblick (!, GFL) gekommen war, alle Denkmäler zu zerschlagen” (S.57). Nicht ganz ohne wohlwollende [...]
Mein erster Eindruck war: hier schreibt Bolaño seine ganz eigene Sicht der lateinamerikanischen Literaturgeschichte, ordnet sich selbst als junger Autor der viszeralrealistischen Generation ironisch in den Gesamtzusammenhang der Rebellion gegen die als „Macondo-Generation“ zu bezeichnenden Schriftsteller ein. Marquez, auf dessen Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ dieser Begriff zurückgeht, Pacheco, Huerta, Paz, alles Schriftsteller einer Vätergeneration, denen nicht nur die Idealisierung eines [...]
Auxilio Lacouture hat, weil sie in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken kann, eine unerschütterliche, hohe Meinung von der Dichtkunst eines José Emilio Pacheco, die sie gegen das Kauderwelsch, die Ignoranz und die vermeintlich avantgardistischen Gesten der jungen Dichter Mexikos verteidigt. Diesen jungen Dichtern, insbesondere Arturo Belano, den sie 1973 bei seiner Abreise nach Chile verabschiedet, ist und fühlt [...]
Die Geschichte, das Messer und die Poesie Auxilio erinnert sich an dies und das, an ihre Gespräche mit den jungen Dichtern über andere Dichter, über ihre eigenen Ziele, über das Lehrer-Schüler-Verhältnis etc. Aber Auxilio scheinen die jungen Dichter eher „bewandert in der Kunst der Geselligkeit, bestimmt aber nicht in der Dichtkunst.“ (S 60) Dann spricht Auxilio über sich selbst und [...]









