Zusätzliche Notizen von Dorota Federer:

“Zellengenossen” erzählt von der sehr schönen Sofia und dem namenlosen Ich-Erzähler. Beide wurden 1957 in verschiedenen Städten verhaftet, den Grund für die Verhaftung erfahren wir allerdings nicht.

Sie waren Geliebte, wohnten zusammen in einer Wohnung, sie war sehr grosszügig, was ihr Liebschaften betraf und schlief mit vielen Männern “in allen denklichen Liebesstellungen”.

Sofia und ihr “Mann” haben versucht Emilio – Sofias Ex-Mann umzubringen. Der mysteriöse “Mann” verschwindet am Ende der Erzählung.

Sofia ist krank, nimmt Valium und isst fast nur Kartoffelpure.

Sehr schlicht geschrieben, durchströmt die Geschichte eine gewisse Wärme, aber auch der Wahnsinn der Liebe. Abschiede sind stets gegenwertig, denn es ist nicht nur Abschied zwischen Sofia und Emilio, Abschied zwischen Sofia und ihrem “Mann”. Es ist wohl auch Abschied zwischen Sofia und dem Ich-Erzähler.
Erst später treffen sie sich wieder, indem sie zur gleichen Zeit inhaftiert werden.