R.Bolaño – 2666: Gesammelte Zitate

Dieser Beitrag soll als offizielle Zitate-Sammlung zu Bolaños 2666 dienen. Wer ein schönes/interessantes/verstörendes/ etc. Zitat findet, kann es einfach als Kommentar zu diesem Beitrag veröffentlichen. Ich werde in der Seitenleiste auf die Sammlung hinweisen, so dass sie immer schnell zur Hand ist. Vielen Dank an Stefanie aus Hamburg, die die Idee zu dieser Sammlung hatte. Gesammelte Zitate:

95 Responses to “R.Bolaño – 2666: Gesammelte Zitate”

  1. Karl Kühl

    „Während der nächsten Tage beschäftigte Archimboldi der Gedanke, dass Deutschland jetzt nichts so sehr brauche wie einen Bürgerkrieg.” (S. 966)

  2. Günter Landsberger

    “Am Horizont sah er einen Hügel in dunkelgelben und schwarzen Farben. Hinter dem Hügel vermutete er die Wüste.” (S.376)

  3. Günter Landsberger

    Guadalupe Roncal: “Natürlich wusste ich bereits, welches Schicksal, welches Ende meinen Vorgänger ereilt hatte.” …”Er wurde natürlich umgebracht. Er hat sich zu weit vorgewagt und wurde umgebracht. Nicht hier in Santa Teresa, sondern in DF.” (S.366)

    Wird uns dieser ermordete Vorgänger Guadalupe Roncals im 4. Teil (chronologisch gesehen als Rückblick im Nachhinein) wieder begegnen? Nun nicht mehr namenlos, sondern dann vielleicht als Sergio González (S.679)?

  4. Günter Landsberger

    Eine lösbare Rätselfrage zwischendurch:

    Welche erst im 4. Teil genannte Frau hat noch vor Liz Norton offenbar im gleichen Zimmer desselben Hotels in Santa Teresa gewohnt?

    (Mit freundlicher – allerdings nur indirekter – Hilfe des Erzählers lässt sich dies eindeutig erschließen.)

  5. Günter Landsberger

    “Endlich erblicken sie ihn: sie begreifen, daß sie selbst der” X (GFL) “sind und daß der” X (GFL) “jeder einzelne von ihnen und sie alle ist.”

    Dieser von mir (GFL) als “X” Zitierte hat bei Jorge Luis Borges (“Einhorn, Sphinx und Salamander / Buch der imaginären Wesen”, München Wien 1982) einen eigenen, einprägsamen Namen, den ich aber noch nicht verrate. In “2666″ wird er im 4. Teil in einer bezeichnend aufschlussreichen Variante auftauchen.

    (Meiner Ansicht nach ist in diesem leicht überlesbaren Zitat des Borgesschen Lexikonnamens für ein bestimmtes imaginäres Wesen einer der Schlüssel zu “2666″ versteckt.)

  6. Günter Landsberger

    “Aber Cesárea faselte weiter von kommenden Zeiten, bis die Lehrerin, um das Thema zu wechseln, fragte, was das denn für Zeiten seien und wann das sei. Cesárea nannte ein Datum: Irgendwann um 2600 herum. Zweitausendsechshundert und ein paar Zerquetschte, und als die Lehrerin über so eine willkürliche Zahl lachen mußte, ein ersticktes Lachen, kaum zu hören, da fing auch Cesárea wieder an zu lachen, obwohl ihre Stimme diesmal nur in ihrem Zimmer zu hören war.”
    (Roberto Bolaño: “Die wilden Detektive” / Aus dem Spanischen von Heinrich von Berenberg, dtv 13182, München 2004 S.758)

  7. Günter Landsberger

    “Die zweite Abweichung von der Normalität, die ich in Berlin erlebte, war sehr viel heftigerer Natur. Ich fuhr mit einer Freundin in ihrem Auto die Bismarckstraße entlang, als sich diese Verkehrsader plötzlich, auf einer Strecke von nicht mehr als fünfzehn Meter, in einen Boulevard in Lloret de Mar verwandelte. Ungelogen.” (Roberto Bolaño: “Exil im Niemandsland / Fragmente einer Autobiographie” / Aus dem Spanischen von Kirsten Brandt und Heinrich v. Berenberg, Berlin 2008, S.89f)

  8. Günter Landsberger

    Fragen eines Buchhändlers in Santiago:

    “Welche Bücher lesen die Verzweifelten?
    Welche g e f a l l e n ihnen?
    Wie stellen Sie sich das Lesezimmer eines zum Tode Verurteilten vor?”

    (Roberto Bolaño: “Exil im Niemandsland”, a.a.O., S.58)

  9. Günter Landsberger

    “Hans Reiter sagte, er wisse nicht, was der Unterschied sei zwischen einem guten pulärwissenschaftlichen Buch und einem guten liarischen Buch. Halder sagte, der Unterschied bestehe in der Schönheit, in der Schönheit der Geschichte und in der Schönheit der Sprache, in der sie geschrieben sei. Dann fing er an, ihm Beispiele zu geben. Er erzählte von Goethe und Schiller, erzählte von Hölderlin und Kleist, erzählte Wunderdinge von Novalis. Er sagte, er habe alle diese Autoren gelesen, und jedes Mal, wenn er sie wiederlese, müsse er weinen.
    “Weinen”, sagte er, “weinen, verstehst du, Hans?” (S.797)

  10. Günter Landsberger

    “Sie sprachen zum Beispiel von einer neuen Revolution, einer unsichtbaren Revolution, die schon gezeugt und unterwegs sei, aber frühestens in fünfzig Jahren die Straße erreichen werde. Oder in fünfhundert. Oder in fünftausend.” (S.678)

  11. Günter Landsberger

    “Die Grenze zwischen Sonora und Arizona ist eine Kette geisterhafter oder verzauberter Inseln. Die Städte und Dörfer sind Schiffe. Die Wüste ist ein unendliches Meer.” (S.679)

  12. Günter Landsberger

    “Und wer spielt mit in dem Film? Keanu Reeves, sagte der Chicano. Keanu in der Rolle des Mörders? Nein, als der Polizist, der ihn fasst. Und wer spielt den Mörder? Dieser Blonde, wie heißt er gleich? Der genauso heißt wie die Figur in einem Roman von Salinger, sagte der Chicano. Ah, den Autor habe ich nie gelesen, sagte Reinaldo. Du hast Salinger nicht gelesen? sagte der Chicano. Nun ja, nein, sagte Reinaldo. Eine gewaltige Lücke in Ihrem Leben, Bruder, sagte der Chicano.” (S.615)

  13. Günter Landsberger

    “”Das war nicht Ihre erste Reise nach Mexiko”, sagte er, die Hände senkend, mit einem katzenhaften Lächeln.
    “Nein”, sagte der Weißhaarige, “ich war vor einiger Zeit, vor ein paar Jahren, schon einmal da (vgl. S.698ff, GFL) und versuchte zu helfen, aber vergeblich.” (S.330)

    “”Und was ist Ihre nichtoffizielle Meinung zu dem, was hier passiert?”
    “Ich habe mehrere Meinungen, Edward,” …
    “Professor Kessler, ich schweige wie ein Grab.”

    “Ich werde dir drei Überzeugungen mitteilen. A: Diese Gesellschaft steht außerhalb der Gesellschaft, alle, wirklich alle dort sind wie die ersten Christen im Zirkus. B: Die Verbrechen tragen verschiedene Handschriften. C: Diese Stadt wirkt vital, wirkt irgendwie fortschrittlich, aber das Beste wäre, ihre Bewohner würden eines Nachts hinaus in die Wüste und über die Grenzen gehen, alle, ohne Ausnahme.” (S.330)

  14. Günter Landsberger

    “Großer Gott, sagte der Kommissar. Wer hat verflucht noch mal die Witze (… diese Witze über Frauen, GFL …) erfunden? sagte der Kommissar. Und die Sprichwörter? Wo kommen sie verflucht noch mal her? Wer hat sie als erster g e d a c h t ? Wer als erster
    e r z ä h l t ?” (S.672)

  15. Günter Landsberger

    S.775
    “1920 kam Hans Reiter zur Welt. Er sah nicht aus wie ein Säugling, sondern wie eine Alge.”
    S.777
    “Außerdem klaute er mit sechs Jahren zum ersten Mal ein Buch.”
    S.777
    “Damals begann er zu tauchen. Im Jahr 1926.”
    S.777
    “Mit sechs fand er, ein Meter sei ziemlich wenig, und stürzte sich kopfüber auf den Meeresgrund.”

  16. Günter Landsberger

    S.798
    “Wie es der Zufall oder der Teufel wollte, war das Buch, das Hans sich ausgesucht hatte, der P a r z i v a l von Wolfram von Eschenbach.”

    S.799
    “Und was ihm am meisten gefiel, was ihn zu Tränen rührte und veranlasste, sich vor Lachen im Gras zu wälzen, war, dass Parzival gelegentlich sein Pferd bestieg
    (R i t t e r d i e n s t i s t m e i n B e r u f), unter seiner Rüstung aber sein Narrenkleid trug.”

    S.813
    “Es war in jenen Tagen,” (…) “, dass Reiter dachte, unter seiner Wehrmachtsuniform trüge er ein Narrenkleid oder einen Narrenpyjama.”

    S.895
    “Er zog durch den Kaukasus bis Budennowsk und durchquerte mit seinem Bataillon die kalmückische Steppe, Anskys Heft immer unter seinem Waffenrock verborgen, zwischen seiner Narrenkleidung und seiner Soldatenuniform.”

    ——————————————

    “Nur Narr, nur Dichter.” (Friedrich Nietzsche)

  17. Günter Landsberger

    Ist das autobiographische Buch Benno von Wieses “Ich erzähle mein Leben / Erinnerungen” (F.a.M. 1. Aufl. 1982) eines der vielen Bezugsbücher von “2666″?
    Oder sind die an den folgenden ersten zwei Zitaten ablesbaren, z. T. verblüffenden Übereinstimmungen mit den voranstehenden Parzival-Zitaten aus “2666″ rein zufälliger Art?

    S.103
    “Ich kam mir vor wie Parzival, der reine Tor, der sich vergeblich zum Gral aufgemacht hatte.” (BvW)
    S.170
    “Die erste Regel für den einfachen Soldaten heißt: so wenig wie möglich auffallen. Eben das war mich schlechterdings undurchführbar. Ich fiel auf, wo ich nur ging und stand. Schon meine körperliche Größe, 1 Meter und 93 Zentimeter, war eine schlechte Vorgabe. Außerdem wirkte ich in der nie sitzenden Uniform immer so, als trüge ich eine karikierende Verkleidung.”
    S.171
    “Der Vorname Benno blieb mein Identitätsnachweis.”

  18. Günter Landsberger

    S.810 (“2666″)
    “in der Praxis war der am besten für den Angriff geeignete Soldat klein, dünn wie Spargel und flink wie ein Eichhörnchen.”

    (Von der sprachlichen Wendung her u. a. eine Parodie auf Hitlers bekanntes Diktum “hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder”?)

  19. Günter Landsberger

    S. 811
    “In seinem neuen Soldatenranzen befanden sich nur etwas Kleidung und das Buch T i e r – u n d P f l a n z e n a r t e n a n E u r o p a s K ü s t e n.”

  20. Dietmar Hillebrandt

    @Landsberger S. 810
    “dünn wie Spargel, zäh wie Leder”
    Ich würde aus der Verwendung einer rhetorischen Figur bzw. einer Gedankenfigur nicht gleich eine Analogie oder Parodie machen, obwohl natürlich nachzuvollziehen ist, dass der Kontext des 2. Weltkrieges eine Assoziation zulässt. Das Verwenden von sprachlichen Stilmitteln, wie in diesem Fall die Gedankenfigur des Vergleichs aus der Gruppe syntaktisch bestimmter rhetorischer Figuren hat bei Ihnen diese Assoziation hervorgerufen, was ich gut finde, allgemein gültig scheint sie mir nicht.
    Lassen Sie mich doch auch mal der Besserwisser sein :-)
    Herzlichen Gruß

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vergleich_(Literatur)

  21. Günter Landsberger

    @DiHi
    Von etwas Beweisbarem hatte ich aber doch gar nicht gesprochen?
    Es war faktisch nur ein Gefühl, etwas bloß Erspürtes.
    Manchmal schwingt in einer Wendung doch nur etwas mit.
    “Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen.”

  22. Günter Landsberger

    “Nichts Abgeschmackters gibt es freilich als wie ein Teufel, der verzweifelt.” ;-)

  23. Günter Landsberger

    S.1030
    “Er schwamm, aber der Algenjunge war tot. Trotzdem schwamm er gut. Tauchte manchmal.”

  24. Günter Landsberger

    S.1000
    “eine Zahl, dachte er, als er wieder allein war, ist immer ein Annäherungswert, die korrekte Zahl gibt es nicht”

  25. Günter Landsberger

    S.972
    “Am Abend, während seines Dienstes am Eingang der Bar, dachte er über die Zeit der zwei Geschwindigkeiten nach, davon die eine so langsam war, dass Menschen und Gegenstände sich in ihr fast unmerklich bewegten, die andere so schnell, dass alles, selbst das Schwerfälligste und Behäbigste, vor Geschwindigkeit flimmerte. Die eine Zeit hieß Paradies, die andere Hölle, und Archimboldi wünschte sich nur, in keiner der beiden jemals leben zu müssen.”

    In welcher der beiden Zeiten leben wir heute? In einer der beiden oder in keiner derselben? Oder in beiden? Wenn ja: Nacheinander? Oder abwechselnd? Oder gleichzeitig?

  26. Günter Landsberger

    S. 13
    “Das erste Mal las Jean-Claude Pelletier ein Buch von Benno von Archimboldi Weihnachten 1980 (- als dieser Schriftsteller gerade 60 war, GFL -) in Paris, wo er, neunzehn Jahre alt, an der Universität deutsche Literatur studierte.”

    S.884
    “In Anskys Heft kommt der italienische Maler Arcimboldo vor, es ist das erste Mal, dass Reiter (- damals etwa 21 Jahre alt -, GFL) etwas über ihn liest, Giuseppe oder Joseph oder Josepho oder Josephus Arcimboldo oder Arcimboldi oder Arcimboldus, geboren 1527, gestorben 1593 ( – ziemlich genau 400 Jahre vor dem zeitlichen Beginn des 4. Romanteils, des “Teils der Verbrechen”, GFL -).”

  27. Günter Landsberger

    S.1030
    “Über das Manuskript des jungen Schriftstellers aus Dresden, der übrigens Schwierigkeiten mit der Zensur in der Deutschen Demokratischen Republik gehabt hatte, wurde nichts bekannt.”

  28. Günter Landsberger

    S.754 “Mir fiel auf, dass es zwei Spiegel im Zimmer gab.”
    S.755 “Wer nicht im Spiegel auftauchte, war ich.”

  29. Juergen Roehling

    “Und niemand erinnert sich mehr an den Botaniker Fuerst Pueckler, niemand mehr an den vorbildlichen Gartenbaumeister Fuerst Pueckler, niemand hat den Schriftsteller gelesen. Aber jeder hat irgendwann in seinem Leben ein Fuerst-Pueckler-Eis gegessen, besonders im Fruehjahr und im Herbst eine reizvolle und schmackhafte Sache.”
    “Warum nicht im Sommer?” fragte Archimboldi.
    “Weil es im Sommer immer etwas eklig ist. Fuer den Sommer eignet sich Wassereis besser als Milcheis.” (S. 1085)

  30. Juergen Roehling

    “Ein aeusserst raetselhaftes Vermaechtnis, finden Sie nicht?”
    (S. 1085)

  31. Juergen Roehling

    “Ich bin Romanschriftsteller”, sagte Archimboldi.
    “Aber Sie sind kein Franzose”, sagte die schweigsame Alte.
    “Richtig, ich bin Deutscher.”

  32. Tatjana Sali

    Morini:
    “Man kann nichts hinter sich lassen” (S.65 TB)
    “Manchmal ist man für das Offensichtlichste mit kosmischer Blindheit geschlagen”.(S.71 TB)

    Das ist was für Männer :-)
    Espinoza zu Pelletier:
    “Nutten soll man flachlegen, nicht auf die Couch legen.”(S.118 TB)

    Lola zu Amalfitano:
    “Wahnsinn ist tatsächlich ansteckend, und Freunde sind ein Segen, von allem, wenn man allein ist.”(S.238 TB)

    Guerra:
    ” Nur die Lyrik ist nicht verseucht. Nur die Lyrik ist frei von Kommerz…Nur die Lyrik, und auch nicht jede, ist gesunde Nahrung und keine Scheiße.” (s.304 TB)
    (S.

  33. Tatjana Sali

    Seaman über Bücher (Aus dem Teil von Fate, S.341)
    (…)der Mensch lebe nicht von gesundem Essen allein. Bücher müsse man lesen…Nicht so viel fernsehen. Experten sagen, fernsehen sei nicht so gesundheitsschädlich. Ich erlaube mir das zu bezweifeln.(…).Wer liest, verschwendet nicht seine Zeit. Ich habe im Gefängnis gelesen. Bücher gewälzt. Viele Bücher (…)ich las und las, manchmal mit einer Geschwindigkeit, die mich selbst verblüffte, manchmal mit großer Langsamkeit, als wäre jeder Satz und jedes Wort ein Leckerbissen, nicht nur für das Gehirn, sondern für den ganzen Körper.

  34. Josef Christian

    “Die Wirklichkeit ist wie ein bekiffter Zuhälter in einer Gewitterwolke, sagte die Abgeordnete”. (S. 810, tb)

  35. Tatjana Sali

    Seaman in der Kirche:
    ” Eine Mutter ist das Höchste auf Erden (…)eine Mutter ist mehr wert als die schwarze Revolution. Das könnt ihr mir glauben. Ich habe in meinem langen Leben, gefahrvollen Leben einiges gesehn. Ich war in Algerien und in China und in verschiedenen Gefängnissen der Vereinigten Staaten. Es gibt nichts, das einer Mutter gleichkäme. Das sage ich hier und das sage ich überall und jederzeit.” (S.330 TB)

  36. Tatjana Sali

    Florita Almada im Fernseher, bei Reinaldo:
    Zwar stimme es, dass am Ende allen Strebens ein unermesslicher Abgrund auftue, sie aber für den Anfang zwei Dinge empfehele, erstens, die Leute nicht zu betrügen, zweitens, sie anständig zu behandeln. Über alles andere könne man reden. (S.572 TB)

  37. Tatjana Sali

    Der Polizist zu Harry Magana:
    “Man muss alles hinterfragen, und man muss immer die eigenen Fragen hinterfragen. Weißt du warum? Weil unsere Fragen bei der kleinsten Unvorsichtigkeit in eine Richtung lenken, in die wir nicht wollen. Siehst du den Kern der Sache, Harry? Unseren Fragen ist grunsätzlich zu misstrauen. Aber wir müssen sie stellen. Und das ist das Beschissenste daran” (S.584 TB)

  38. Tatjana Sali

    Gueera zu Amalfitano:
    “Wenn Sie meine Meinung hören wollen; die Leute sehen, was sie sehen wollen, und was die Leute sehen wollen, enspricht nie der Wirklichkeit. Die Leute sind feige bis zum letzten Atemzug. Ich sage es Ihnen im Vertrauen: Von allen Lebewesen ist, grosso modo, der Mensch der Ratte am ähnlichsten.” (S.294 TB)

  39. Tatjana Sali

    Die Abgeordnete zu Sergio:
    “Wissen Sie, was heißt Klasse haben?? Souverän sein, wenn es hart auf hart kommt. Niemanden etwas schuldig bleiben. Niemanden über irgendetwas Rechenschaft ablegen müssen.” (S.784 TB)

    Sergio
    Später, nachdem er das Gefängnis verlassen hatte, fragte er sich, wie er jemanden nach seinem Lächeln oder seinen Augen beurteilen konnte. Wer war er, dass er so urteilen durfte? (S.743 TB)

    Reinaldo:
    Wie schön die Küste ist, dachte ich, bloß schlimm, dass uns das nur in Krisensituationen auffällt, wenn wir es kaum genießen können. Wie schön die Küste ist, und der Strand und der Himmel voller Sterne. (S.749 TB)

  40. Tatjana Sali

    Das Mädchen:
    “Außerdem gibt es bei mir zu Hause nur Nazi-Bücher, Nazi-Wirtschaft, Nazi-Mythologie, Nazi-Dichtung, Nazi-Romane, Nazi-Theaterstücke”
    “Ich hatte keine Ahnung, dass die Nazis so viel geschrieben haben”, sagte Reiter

  41. Tatjana Sali

    VORHERIGES ZITAT S.916 TB
    ÜBER HANS REITER S.870
    “Gesunde Menschen scheuen den Ümgang mit kranken Menschen. Diese Regel trifft auf fast alle Menschen zu. Hans Reiter bildete einen Ausnahme. Er fürchtete sich weder vor Gesunden noch vor Kranken. Er fühlte sich nicht abgestoßen. Er war hilfsbereit und hielt den Begriff, den so unscherfen, so dehnbaren, so strapazierten Begriff der Freundschaft in hohen Ehren. Kranke Menschen sind übrigens interessanter als gesunde.”

  42. Tatjana Sali

    General Entrescu (S.904 TB):
    …Jeder hat eins (Bild von der Welt), das sich auf das eigene Dorf, die eigene Scholle, auf handfeste, banale Dinge konzentriert, die jeder vor Augen hat, und dieses erbärmliche, beschränkte und vom häuslichen Schmutz starrende Bild der Welt lebt in der Regel fort und gewinnt im Lauf der Zeit Autorität und Strahlkraft.

  43. AngeloConCuore

    Pero la literatura non vale nada si non va acompañada de algo más rifulgente que el mero acto de sobrevivir (R. Bolaño)

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