Da das Folgende im Moment noch nicht an der dafür vorgesehenen Stelle von Marvin ins Netz gestellt werden kann, bitte ich Dich, lieber Thorsten, um eine vorläufige Parkmöglichkeit für diesen Beitrag hier:

ABSCHLUSSFRAGEN AN G.L.

Welches Kapitel hat Dir am besten gefallen?
Das 8. Kapitel: Arturo in der Unterwelt. Genauer: Der Verbund 7., 8. und 9. Kapitel mit dem 8. als Mittelstück.
Welche Figuren sind Dir nahegegangen?
Die Figuren, die in „Amuleto“ von der „Begierde des Rettens“ befallen sind, also Auxilio und Arturo.
Von den Frauen: Auxilio (in welcher Perspektive auch immer: ob nun als ewig umherirrende Mutter, als weiblicher Don Quijote, oder aber auch als Luftgeist und Fledermaus, …); zudem: Remedios, Lilian, Erigone und Elena.
Von den Tieren (symbolischer Art): Zikade und Ameise, Spatz und Quetzal.
Das Traumbild, die Denkfigur des hohen Tals am Abgrund. Als Renaissancebild. Als utopisches Tal im gleißenden Licht. Als Tal in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne.
Als Einzelfigur: Professor Miguel López Azcárate

War das Tempo, die Einteilung in einzelne Tage, besser oder schlechter als bei den Wochenplänen der vergangenen Leserunden?
Für diesen kurzen Roman war das völlig in Ordnung.
Dadurch, dass ich den Roman vor Monaten schon einmal vollständig gelesen hatte, konnte ich meinen Leseeifer jeweils zügeln und mich Tag für Tag wirklich nur auf ein Kapitel beschränken. Meine Vor-Kenntnis des Ganzen habe ich dabei hinlänglich ausblenden können. So hoffe ich es wenigstens.
Wo rangiert Amuleto für Dich im Gesamtwerk Bolaños?
Ein eigenständiger lebenskräftiger Setzling und Ableger innerhalb des einen geräumigen Gewächshauses und großen Romanflusssystems, das uns Bolaño hinterlassen hat.
Im Verhältnis zum Roman „Die wilden Detektive“: Die Ausweitung zu einer vorausgegangenen Verkürzung inmitten einer anderen Ausweitung. Im Verhältnis zum Roman „2666“: die Gemeinsamkeit des einen zentralen Teilthemas. Gibt es so etwas wie die Hoffnung der Hoffnungslosen? Und worin gründet sie?