Blick über den Tellerrand

Die erste „#Wildek“-Woche neigt sich dem Ende zu. Die Besucherzahlen liegen 20% höher als zu Beginn des 2666-Projektes. Vielen Dank für das verstärkte Interesse an Wilde-Leser.de! In diesem Zuge möchte ich allen danken, die sich für die Verbreitung des Projektes stark gemacht haben. Einige möchte ich nachfolgend erwähnen. Zudem wird jeder, der auf das Projekt hinweist, hier von mir vorgestellt. Einfach eine Email mit einem Link zu dem Beitrag, der Wilde-Leser.de erwähnt, an redaktion@wilde-leser.de!

Ludger Menke, der sich bereits für zwei666.de stark gemacht hatte (Gegen die Einsamkeit des Lesens), schreibt auf seinem Krimiblog:

Im vergangenen Jahr sorgte → Marvin Kleinemeier mit seinem Blogprojekt → zwei666.de für aufregende Lesestunden. Gemeinsam wurde der Roman “2666″ des chilenischen Autors Roberto Bolaño gelesen und die Lektüreerfahrungen wurden im Blog ausgetauscht. Nun startet in wenigen Tagen eine Fortsetzung: Unter → www.wilde-leser.de wird ab dem 11. Januar 2010 die gemeinsame Lektüre von Roberto Bolaños Roman “Die wilden Detektive” aufgenommen. Wie schon bei “2666″ eine schöne Idee, eine gelungene Umsetzung und ein spannendes Projekt, das zeigt, weshalb Lesen nicht immer eine einsame Beschäftigung sein muss. Lesen Sie also wild und unersättlich.

Das Titel-Kulturmagazin hat wilde-leser.de in seiner Rubrik True Blogs vorgestellt:

Blogs und Internet-Auftritte von Autoren, Künstlern, Kritikern, Magazinen und anderen Publikationen gehören heute wie selbstverständlich zur publizistischen Landschaft. Wir stellen Ihnen regelmäßig interessante Seiten vor. Diesmal…empfehlen wir Ihnen die Leserunde wilde-leser.de, die ab heute (11.01.) mit der gemeinsamen Lektüre von Roberto Bolaños Roman Die wilden Detektive beginnt. Bis Mitte März werden dort die einzelnen Kapitel und das gesamte Werk diskutiert.

In Amerika startet die ehemalige Infinite Summer-Gemeinschaft am 25. Januar mit Bolaños 2666. Seit einigen Tagen stehe ich mit dem amerikanischen Koordinator Matt Bucher in Kontakt. Auf seiner Bolaño-Seite bolanobolano.com schrieb er über uns:

…there is also a German equivalent of the Infinite Summer/Las Obras-esque read-along site & project for 2666: http://zwei666.de/ They even have their own twitter account (2666de) and hashtag. Perhaps the coolest part of their project was the challenge to read the whole thing in 2666 hours (111 days), which I’m just now realizing is about the same amount of time we’ve alloted on our schedule. They have reached the end of 2666, however and moved on to The Savage Detectives and Bolaño’s other works: http://www.wilde-leser.de/ All this to say: over the next few weeks we are going to feature some posts on this site from Marvin Kleinemeier and our German counterparts.

Mirko Schmidt, einer unserer neuen Autoren, schrieb auf seinem chateau-de-blog unter dem Titel: Keinerlei Initiationszeremonien. Besser so.

Am 11.01.2010 geht’s los: Das von Marvin Kleinemeier organisierte Lektüreprojekt zu Roberto Bolaños Roman Die wilden Detektive (1998) startet auf www.wilde-leser.de. Bitte reinschauen! Und am besten mitlesen und mitdiskutieren. Auf ins Abenteuer, ins Dunkle, den unbekannten Raum zwischen den Wörtern…

Unser Autor Dietmar Hillebrandt schreibt auf seinem Blog:

Ohne das Buch gelesen zu haben, ich stecke noch mitten in „2666“ habe ich heute vom Nachfolgeprojekt Marvin Kleinemeiers erfahren. WWW.WILDE-LESER.DE, eine Diskussionsplattform für weitere Leseerfahrungen, die im neuen Jahr online mitgeteilt werden können. Ich möchte ausdrücklich dazu auffordern, diesen lesenswerten Blog
zu besuchen und den Dichter und Erzähler Roberto Bolaño und sein gesamtes Werk näher kennen zu lernen.
Begonnen wird mit dem genauso wichtigen „2666“-Vorläufer: „Die wilden Detektive“. Ich gratuliere Herrn Kleinemeier für sein bibliophiles Engagement und wünsche uns allen ein den eigenen geistigen Horizont erweiterndes Neues Jahr. Sie können auch weiter bei „2666“ vorbeischauen, das als Archiv bestehen bleibt. Kommentare sind auch dort noch möglich, neue Beiträge finden Sie aber nur noch unter WWW.WILDE-LESER.DE. Wie schon bei “2666”, gibt es einen neuen Lesefahrplan als Lesezeichen, das Sie ausdrucken können. Dieser Plan ist allerdings nicht als Zwang zu verstehen, wilde Leser lesen in ihrem eigenen Tempo!

Auf relationen.twoday.net:

Bolaño-Freaks lesen auf Wilde Leser das preisgekrönte Werk „Die wilden Detektive“ von Roberto Bolano, dem total verrückten, aber vermutlich ziemlich genialen, und leider verstorbenen, chilenischen Schriftsteller. Da ich mich durch 2666 allein kämpfen musste, lese ich diesmal simultan die Detektive mit, in der Hoffnung, ein wenig Licht in das chaotische Sammelsurium zu bringen.

Auf der Webseite Ex-Libris Wien schreibt Autorin Katastrophie:

Dachte, ich weise – grad noch rechtzeitig – auf etwas recht interessant Klingendes hin. Vielleicht mag ja jemand von euch aktiv oder passiv dem Geschehen folgen. Ist sicher eine recht fruchtbare Leseerfahrung “parallel” miteinander online zu lesen: Ab 11.1. wird es “live” einen Blog zu Roberto Bolanos “Die wilden Detektive” geben. Weitere Infos bzw den Leseplan gibt es hier: http://www.wilde-leser.de/ Derlei Projekt hat ähnlich schon mit dem vielfach Aufsehen erregtem Letztwerk des Herrn Bolano statt gefunden (wie ich heut verschlafen und verspätet mit dem Wälzer in der Hand feststellen durfte) und findet sich da: http://www.zwei666.de/

Das Wortreich schreibt:

Wilde Leser ist das Nachfolgeprojekt zu 2666. Ziel war es, Das Ziel: Gemeinsam mit Ausdauerbibliophilen aus ganz Deutschland Roberto Bolaños Meisterwerk 2666 in genau 2666 Stunden zu bezwingen. 111 Tage. Vom 7. September bis zum 27. Dezember. 70 Seiten pro Woche. Mit lateinamerikanischer Gelassenheit. Ein durchaus interessantes Projekt, das zwischenzeitlich beendet ist. Weiter gehts mit hoffentlich vielen wilden Lesern.

Wer hat weitere Hinweise gefunden? Ich würde diesen Beitrag gerne noch erweitern!

8 Responses to “Blick über den Tellerrand”

  1. Der Buecherblogger

    Mir ist gerade eine andere Idee eingefallen. Wie wäre es, für eine Woche auch die Lektüre von DwD zu unterbrechen und den Erzählband „Der unerträgliche Gaucho“ ( 5 Erzählungen und 2 Vorträge) ähnlich wie „Telefongespräche“ mit Paten einzuschieben?
    Es war das letzte vor seinem Tod veröffentlichte Buch Bolaños.

  2. Marvin Kleinemeier

    Ja, vielleicht eher zum Schluss des Leseplans hin…denn vorher bietet sich noch etwas anderes an: im 4. Kapitel, das wir in der nächsten Woche lesen, benutzt Bolaño das Thema von „Amuleto“ und bindet es als eine „Aussage“ in die Detektive ein. „Amuleto“ erschien 1999, ein Jahr nach den Detektiven. Das Thema hat ihn anscheinend entweder nicht losgelassen, so dass er es für „Amuleto“ noch ausführlicher behandelt hat. Oder er hatte den Komplex „Amuleto“ schon vor den Detektiven fertig und hat ihn für den Roman gekürzt. Vielleicht findet sich ja jemand, der in der nächsten Woche „Amuleto“ vorstellen möchte (zur Not ich) und es mit dem Ausschnitt aus den wilden Detektiven vergleicht. Freiwillige vor! (Amuleto hat auch nur 90 Seiten, wenn ich mich richtig erinnere)

  3. Günter Landsberger

    Muss jetzt auch noch nicht sein. Texte müssen atmen können.

  4. Andreas Gierth

    Heute könnten wir ja der Presse melden, dass wir die erste Etappe erreicht haben. Sie wird sich wohl nicht so sehr dafür interessieren. Ich wünsche allen viel Spaß bei der Weiterfahrt und gute Einfälle für Beiträge.

    Beste Grüße,
    A. Gierth

  5. Günter Landsberger

    Heute bin ich in meiner DwD-Lektüre bis auf die Seite 477 vorgestoßen. Die Seiten 474 und 475 machten mich gefasst und gespannt auf das „reine Gedicht und sonst nichts“, auf das einzige veröffentlichte Gedicht Cesáreas, veröffentlicht in der „einzigen Nummer der Zeitschrift Caborca“, „die auf der ganzen Welt noch existierte“, angesichts dessen Ulises Lima und Arturo Belano zu Amadeo sagten: „nein, Amadeo, ein Gedicht muß(…) nicht unbedingt etwas bedeuten, außer, daß es ein Gedicht“ (ist).
    Wie nun das Gedicht Cesáreas aussieht, man sehe auf Seite 476 selber nach, unbedingt aber erst, nachdem man die Seiten 474 und 475 genau und aufmerksam gelesen hat. Mich jedenfalls hat dieses Gedicht auf S. 476 trotz der vielfältig hinführenden Ankündigung der beiden voraufgegangenen Seiten noch immer verblüfft, nein, jäh überrascht. Ähnlich, wie mich einmal eine plötzlich auftauchende Felswand hinter einer sich lieblich öffnenden Alm verblüfft hat oder jene hohe Kuppel in der Kirche der Medicigräber Michelangelos in Florenz, die sich meinem Blick erst plötzlich auftat, als ich einen engen Gang mit betont niedriger Decke längere Zeit hindurch bereits durchschritten hatte. Etwa so traf das auf Seite 476 abgedruckte Gedicht auf mich, das laut S.477 „kein Geheimnis“ haben soll oder doch, wie ich mit Goethe sagen würde, als Gedicht selber schon „ein offenbares Geheimnis“ ist.

    Und spontan fielen mir auf „Zion“,
    auf Cesáreas einziges veröffentlichte „Gedicht“ hin,
    folgende Antwortzeilen ein:

    Tochter Zions
    freue dich
    über die Arche Noah
    auf ebener Erde
    zu Lande,

    zu Wasser

    und im Schein
    ihres Verlorenseins
    auf den Gipfeln
    des Berges Ararat.

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