Sensini

Ein junger, chilenischer Schriftsteller (28) lebt in Girona in Spanien im Exil. Er nimmt in der Kategorie Erzählung am Nationalen Literaturwettbewerb von Alcoy teil und erhält den dritten Preis, zehntausend Peseten. Als das Buch mit den Erzählungen des Gewinners und der anderen sechs Finalisten erscheint, stellt er überrascht fest, dass der bekannte, argentinische Schriftsteller Luis Antonio Sensini (ca. 60) auch an dem Wettbewerb teilgenommen und den zweiten Platz belegt hat. Auch er lebt in eher ärmlichen Verhältnissen in Spanien im Exil und zwar in Madrid.

Der Ich-Erzähler hat den Roman „Ugarte“ und einige Erzählungen von Sensini gelesen. „Ugarte“, erinnert er sich, hatte die Kritik besonders in Spanien als eine „Art kolonialen Kafka“ abgefertigt. Sensini gehörte, auch das weiß er, zu jener „Zwischengeneration argentinischer Schriftsteller, die in den zwanziger Jahren  – nach Cortazar (etc.) geboren waren und deren bekanntester Vertreter (…) Haroldo Conti war, verschwunden in einem der Lager der Diktatur von Videla und Konsorten.“ Diese sogenannte Zwischengeneration habe ihren Anteil gehabt an der „wahrscheinlich besten spanischsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts“, einem Anteil, der zwar nicht die Qualität eines Borges oder Cortazar erreichte, aber dem „Leser dichte, intelligente Texte bot, ihn zum Komplizen machte und gute Laune verbreitete.“

Der Ich-Erzähler schreibt Sensini einen Brief nach Madrid, nimmt Kontakt mit ihm auf. Er schreibt von sich, von seinem Leben, „von dem Literaturwettbewerb (ich spottete über den Gewinner), von der politischen Situation in Chile und Argentinien (beide Dikataturen saßen noch fest im Sattel)“ usw. Er bekommt postwendend Antwort von Sensini. Dieser fordert ihn auf, weiterzumachen mit den Wettbewerben, er täte das auch, und er erkundigt sich nach solchen Wettbewerben. Der Ich-Erzähler durchforstet die Zeitungen, hat bald drei aktuelle Wettbewerbe gefunden und schreibt Sensini wieder einen Brief. Und wieder bekommt er postwendend Antwort. So geht das eine Zeit lang hin und her. Sensini, der in seinen Briefen die Literaturwettbewerbe „heilig sprach (…) als Einahmequellen im täglichen Überlebenskampf“, empfiehlt dem Ich-Erzähler u. a. die „Titel vorsichtshalber abzuwandeln, wenn man eine Erzählung gleichzeitig bei drei Wettbewerben einreichte“. Er selbst habe mit ein und derselben Erzählung an vier verschiedenen Wettbewerben unter den Titeln „Im Morgengrauen“, „Die Gauchos“, „In der anderen Pampa“ und „Ohne Reue“ teilgenommen.

Mit der Zeit erfährt nun der Ich-Erzähler mehr über Sensini und seine Familie. „Mit der Zeit erfuhr ich mehr über ihn. Er lebte mit seiner Frau und seiner sechzehnjährigen Tochter Miranda in einer Madrider Wohnung. Ein Sohn aus erster Ehe war in Lateinamarika verschollen, wenigstens wollte er das glauben. Er hieß Gregorio, war fünfunddreißig und Journalist.“ Später erfährt der Ich-Erzähler von Miranda, dass Sensini seinen Sohn, wie er sich das schon gedacht hatte, natürlich wegen Kafka, wegen Gregor Samsa Gregorio genannt hatte. Der Ich-Erzähler lässt sich von Sensini ein Bild seiner Familie schicken. Auf ihm ist auch Miranda als „hochgewachsene(s), schlanke(s) Mädchen mit glattem Haar und sehr großen Brüsten“ zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt ist dem Ich-Erzähler bereits klar, dass es eigentlich Miranda ist, die er kennelernen möchte und dass er deshalb Sensini wiederholt drängt ihn mit seiner Familie doch zu besuchen.
Zu dem Besuch kommt es aber nicht. Den Ich-Erzähler erreicht die Nachricht von Sensini, dass man „wahrscheinlich Gregorios Leichnam in einem geheimen Massengrab entdeckt“ hat. Und  wenige Wochen danach bekommt er einen weiteren Brief, in dem Sensini ihm mitteilt, dass er nach Argentinien zurückkehre, „in der Demokratie werde ihm niemand mehr etwas tun“.  Das muss also ca. 1983 gewesen sein. Ein oder zwei Jahre später, also ca. 1985, erfährt der Ich-Erzähler über die Zeitung vom Tod Sensinis. Und dann, geraume Zeit später, wie es in der Erzählung heißt, klingelt es plötzlich gegen Mitternacht an seiner Haustür und Miranda steht in Begleitung eines Freundes davor.

Miranda und der Ich-Erzähler sprechen über ihren Vater, seine letzten Lebensjahre, seine Krankheit etc. und über seinen Sohn und deren Verhältnis zueinander. „Er schrieb nicht einmal mehr sagte Miranda. Für ihn war es sehr wichtig, jeden Tag und in jeder Verfassung zu schreiben.“ Er habe wohl gewusst, dass er sterben werde und wollte zum Schluss eigentlich nur noch Gregorios Verbleib in Argentinien aufklären. Miranda erzählt dem Ich-Erzähler auch, dass Borges und Cortazar sich beide unabhängig von einander anerkennend über ihren Vater als Schriftsteller geäußert hätten. „Er war eben ein sehr guter Schriftsteller“, bemerkt dazu der Ich-Erzähler. „Scheiße, sagte Miranda, stand auf und ging in den Hof, als hätte ich etwas gesagt, was sie beleidigte.“ Nach dieser etwas merkwürdigen Reaktion von Miranda stehen beide eine Weile im Hof nebeneinander, schauen auf die im Mondlich daliegende Stadt und dem Ich-Erzähler wird plötzlich bewusst, dass sie beide „bereits (ihren) Frieden mit ihm gemacht hatten“ und dass sich „von nun an alles unmerklich  ändern würde.“ Hier ist die Erzählung zu Ende.

Zeitstruktur

Man kann ungefähr folgende Zeitrstruktur und damit Ansätze möglicher, biographischer Hintergründe rekonstruieren. Der Ich-Erzähler erzählt die Geschichte aus dem Rückblick. Sie beginnt im Herbst 1982 und endet etwa 1988. Zu Beginn seiner Freundschaft mit Sensini (ca. 60) ist der Erzähler 28 Jahre alt. Zu dieser Zeit ist Miranda 16 und ihr Halbbruder Gregorio 35. Sensini ist in den zwanziger Jahren, ca. 1923, geboren. 1983 – frühestens – kehrt Sensini aus dem spanischen Exil in das demokratische Argentinien zurück. Er stirbt ca. 1985. Mit 22 Jahren, also 1988 besucht Miranda den 34jährigen Ich-Erzähler. Die Dikatatur in Argentinien unter Videla dauerte von 1976 – 1981(3), die in Chile unter Pinochet von 1973 – 1989. Der Ich-Erzähler ist also Chilene und wurde wie Roberto Bolano 1953 bzw. 1954 geboren. 1982/1983 lebte auch Bolano in Spanien im Exil und finanziert seinen Lebensunterhalt mit den Preisgeldern literarischer Wettbewerbe. Das Jahr vom Herbst 1982 bis Spätsommer 1983 macht den größten Teil der erzählten Zeit von „Sensini“ aus.

Namen

Die Namen der Städte, Schriftsteller etc. in der Erzählung „Sensini“ sind in der Regel real. Für „Sensini“ und „Ugarte“ gebe ich hier nur kleine Hinweise bezüglich ihrer möglichen Bedeutung.

Sensini: Roberto Néstor Sensini (* 12. Oktober 1966 in Santa Fé) ist ein ehemaliger argentinischer Fußballspieler und -trainer. Er gewann mit den „Gauchos“ an den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta die Silbermedallie. Man beachte den Vornamen „Roberto“ und den Namen der Fußballmanschaft „Gauchos“. Bolano selbst hat eine Erzählung mit dem Titel „Der unerträgliche Gaucho“ geschrieben. Sie ist in dem gleichnamigen Erzählungsband (2003) veröffentlicht. Sensini nennt eine seiner Erzählungen „Die Gauchos“.

Ugarte: Ugarte oder uharte ist ein baskisches Wort, das „Insel“ bedeutet. Augusto José Ramón Pinochet Ugarte (1915−2006) heißt der ehemalige Diktator von Chile. Manuel Ugarte (1875-1951) ist ein argentinischer Autor. Juan Ugarte, geboren 1982 in San Sebastián, ist ein professioneller Fussballspieler. Man beachte, dass hier wieder der Fußball eine Rolle spielt.

Literaturwettbewerbe

2005 konnte man in der Neuen Züricher Zeitung nachlesen, dass in Argentinien „erstmals ein Gericht einen namenhaften Autor – Ricarda Piglia – zu einer Geldstrafe verurteilt (hat), da dieses es als erwiesen erachtete, er habe 1997 den Premio Planeta  auf illegitime Absprache hin gewonnen.“ Das Buch „Brennender Zaster“ (!) von R. Piglia, um das es dabei ging, kann ich nur wärmstens empfehlen. Dass einige der von spanischen Verlagskonzernen gestifteten Literaturpreise manipuliert seien, heißt es weiter in dem Artikel, sei ein offenes Geheimnis.

Nicht nur Bolano hat Manipulationen, Betrügereien etc. in Literaturwettbewerben, die noch nicht etablierten Schriftstellern helfen sollten oder sollen, ihren Lebensunterhalt zu sichern, ihrerseits mit seiner Erzählung „Sensini“ zum literarischen Thema gemacht. Ein anderes Beispiel wäre Vazquez Montalbans Thriller „Undercover in Madrid“ („El premio“).

Ansatz einer Interpretation

Sicher kann man mehrere und auch verschiedene Ansätze einer Interpretation dieser Erzählung verfolgen. Da wäre z. B. eine Interpretation vor dem Hintergrund des Konfliktes zwischen Sensini und seinem Sohn Gregorio. Er wird ihn nicht umsonst nach Gregor Samsa aus „Die Verwandlung“ von Franz Kafka genannt haben. Und dass die Literaturkritik in Spanien Sensinis Roman „Ugarte“ als eine „Art kolonialen Kafka“ abgefertigt hatte, ist natürlich auch kein Zufall. Dass es hier einen Vater-Sohn-Konflikt gibt, wird sehr deutlich, als der Ich-Erzähler kommentierend bemerkt, dass Sensini ‚zumindest habe glauben wollen’, dass sein Sohn in Lateinamerika verschollen sei.  Sensini will es wohl nicht so recht wahr haben, dass sein Sohn Gregorio, während er in Spanien im Exil lebte, in Argentinien unter der Diktatur von Videla verfolgt, gefoltert und ermordet wurde. Ich möchte aber jetzt eine etwas andere Spur der Interpretation verfolgen.

Worum geht es? Wir befinden uns Anfang der 80er Jahre. In Chile und Argentinien herrschen die Dikataturen von Pinochet und Videla. Es geht in der Erzählung um zwei Schriftssteller im Exil. Der Ich-Erzähler  ist Chilene (ca. 30), der andere, Sensini, Argentinier (ca. 60). Beide leben in eher ärmlichen Verhältnissen in Spanien im Exil, beide bestreiten ihren Lebensunterhalt über die Teilnahme an Literaturwettbewerben. Im Laufe der Geschichte erfährt der Ich-Erzähler, dass die Frau von Sensini ihn und ihren Mann „Revolverhelden“, „Preisgeldjäger“ oder Skalpjäger“ genannt hat. (So betrachtet kommen mir die beiden Schriftsteller vor wie ‚Messerhelden der modernen Art’. Die der älteren Art, zu denen unbedingt Mut und Tapferkeit gehören, kennen wir von Borges.) Der Ich-Erzähler und Sensini kämpfen also mit ihren Erzählungen um Preigelder in Literaturwettbewerben. Manchmal gewinnen sie, manchmal auch nicht. Im Wettbewerb von Alcoy belegt der Ich-Erzähler den dritten Platz, Sensini den zweiten. Irgendwie haben sie hier also auch verloren. Aber während der Ich-Erzähler ‚über den Gewinner spottet’, gesteht Sensini später, „nicht den nötigen Mut aufgebracht zu haben, die Erzählungen des Gewinners und der Finalisten genauer anzuschauen“. In diesem Zusammenhang ist interessant, was Bolano in „Exile“ aus „Exil im Niemandsland. Fragmente einer Autobiographie“ sagt: „Das Exil ist die Tapferkeit. Das wahre Exil ist die Tapferkeit des Schriftstellers.“ So gesehen war Sensini vielleicht nicht im ‚wahren Exil’. Und vielleicht lässt sich so auch erklären, warum Miranda, als der Ich-Erzähler bemerkt, ihr Vater Sensini sei ein „sehr guter Schriftsteller“ gewesen, wie folgt reagiert: „Scheiße, sagte Miranda, stand auf und ging in den Hof, als hätte ich etwas gesagt, was sie beleidigte.“ Vielleicht war Sensini kein wirklich guter Schriftsteller und auch kein guter Vater, weil es ihm in beiden Fällen an Tapferkeit mangelte. Und vielleicht ist dies auch der Grund, warum beide, Miranda und der Ich-Erzähler, am Ende mit Sensini ihren „Frieden (…) gemacht“ hatten bzw. haben machen müssen.

Sicher könnte man noch das eine oder andere an Interpretationsmöglichkeiten hinzufügen. Ich hoffe, dass ich eine Spur gelegt habe, die es sich lohnt zu verfolgen. Eines wäre noch zu sagen: Die Spuren, die Bolano selbst zum Verständnis seiner Texte legt, kommen oft wie nebenbei daher.

Andreas Gierth (54) hat Germanistik und Philosophie studiert. Er arbeitet an einer Privatschule als Lehrer.

5 Responses to “Sensini”

  1. Günter Landsberger

    Eine kleine Frage nur, die mir während der Lektüre kam: Wurde auch der Name von Sensinis Tochter, Miranda, bewusst nach literarischem Vorbild gewählt? Mir z. B. fiel sofort Prosperos Tochter, die Miranda aus Shakespeares „Sturm“ ein.

  2. Andreas Gierth

    Ob der Name Miranda bewusst nach literarischem Vorbild gewählt wurde, weiß ich nicht. Ich bin dem auch nicht weiter nachgegangen. Möglich ist es. Miranda ist, was die Herkunft des Namens aus dem Lateinischen angeht, die Wundervolle. Schon das passt gut in die Geschichte. Denn für den Ich-Erzähler ist sie oder besser wird sie zur Wundervollen. „Eines Nachts schrieb ich ihm, ich würde mich sehr über ein Foto von seiner Familie freuen. Ich hatte den Brief bereits eingeworfen, als mir klar wurde, dass es Miranda war, die ich kennenlernen wollte. Eine Woche später erhielt ich eine (…) Fotografie, die einen älteren Mann und eine Frau mittleren Jahren neben einem hochgewachsenen, schlanken Mädchen mit glattem Haar und sehr großen Brüsten zeigte. (…) und Miranda schaute den Fotografen mit einem Ernst an, der mich seltsam berührte und beunruhigte.“ Warum wohl beunruhigte den Ich-Erzähler Mirandas Blick auf dem Foto so? „Lange Zeit standen das Foto und die Fotokopie auf meinem Schreibtisch. Manchmal betrachtete ich sie lange, dann wieder trug ich sie ins Schlafzimmer und schaute sie an, bis ich einschlief.“ Warum trägt er das Foto in sein Schlafzimmer? Meint er mit „sie“ nicht nur das Foto und die Fotokopie, sondern trägt er eben auch Miranda ins Schlafzimmer und schaut sie an, bis er einschläft? Kurz darauf schreibt er: „Ursprünglich wollte ich Miranda mein Gedicht schicken, aber nach langem Hin uns Her entschied ich mich dagegen. Ich verliere den Verstand, dachte ich, wenn ich das tue, wäre es das Ende von Sensinis Briefen, und vollkommen zu Recht.“ Warum wohl?
    Der Ich-Erzähler lebt im Exil, in seinem Heimatland Chile herrscht eine Diktatur. Durch seine Freundschaft mit Sensini kommt in sein Leben über dessen Tochter Miranda ein Aspekt von Erotik hinein. Und noch etwas anderes: Als Sensini in einem Brief auf sein Alter verweist und ihn daran erinnert, wie jung er eigentlich sei, kommt es dem Ich-Erzähler vor, als hätte seine „Energie zurückgewonnen, eine Energie, die große Ähnlichkeit mit dem Humor hatte, einem Humor, der große Ähnlichkeit mit der Erinnerung hatte.“ Also indirekt kommt über Sensini der Aspekt der Erotik und die Energie in sein Leben im Exil.
    Bolano lebte im gleichen Alter auch im Exil, auch in Spanien. Und was schreibt er später darüber: „Jedenfalls und trotz des kollektiven Elends und der vielen kleinen persönlichen Schrecklichkeiten sind die Tage nach dem Putsch in meiner Erinnerung erfüllte Tage, voller Energie, voller Erotik, Tage und Nächte, in denen alles hätte geschehen können.“ („Exil im Niemandsland“)Hier wird doch einmal mehr deutlich, wie nahe, aber doch nur vorsichtig angedeutet sich Ich-Erzähler und Bolano stehen.

  3. Dietmar Hillebrandt

    Bolano und die Schriftsteller, Bolano und die Frauen, ein sehr weites Feld. Die ersten vier Erzählungen handeln ja alle von Schriftstellern, allerdings auch untergeordneter von Beziehungen zum weiblichen Geschlecht, die fünfte des Blocks
    „Telefongespräche“ nur von einer Beziehung. Ganz beiläufig läßt der Erzähler auch immer seine sexuellen Wunschvorstellungen einfliessen.
    Bei „Sensini“ finde ich noch besonders witzig, das in der Fußnote am Schluß erwähnt wird, diese Erzählung hätte den Erzählerpreis der Stadt San Sebastian erhalten. Mich hat es auch verunsichert,
    ist das nun Ironie Bolanos oder gewann diese Erzählung den Preis wirklich? Ich tendiere zum Humor Bolanos.

  4. Günter Landsberger

    Sensini und Argentinien! – Im Nachwort Roland Spillers zur Neuausgabe von Antonio Di Benedettos Roman „Zama“ („Zama wartet“) in der Manesse Bibliothek erfahren wir auf Seite 362f. etwas über den Zusammenhang von Bolaños Erzählung „Sensini“ und ihrer Titelfigur mit diesem argentinischen Autor A. d. B. (1920 – 1986). Vgl. hierzu aber auch das letzte Drittel des über diesen Link ( http://garciamadero.blogspot.com/2010/06/roberto-bolano-en-la-belleza-de-pensar.html ) nachzulesenden spanischsprachigen Gesprächs.

    Mir selbst war ohnehin schon aufgefallen, dass (der reale) Arturo Di Benedetto und (der fiktive) Benno von Archimboldi aus „2666“ im gleichen Jahr (1920) geboren sind und eine (vielleicht nur mir merkwürdige) Kürzelvertauschung zu beobachten ist: A. di (=von) B. + B. v. A. –
    Eine Hommage für Di Benedetto also auch hier? –
    Auch der von Roberto Bolaño häufig verwendete Parallelname Arturo Belano scheint überdies noch merkwürdig nahe.
    (Ebenso: eine wichtige strukturelle und motivische Übereinstimmung – Motiv des Kindes – zwischen „Zama wartet“ und dem „Chilenischen Nachtstück“ glaube ich entdeckt zu haben.)

  5. Günter Landsberger

    Kann man alles wieder gutmachen, wenn man leider gemachte eigene Fehler – und seien sie noch so dumm – wenigstens selber entdeckt?
    Also: Antonio Di Benedetto ist nicht schon 1920, sondern erst 1922 geboren.

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