Stand der Dinge

In der vergangenen Woche habe ich den Teil der Verbrechen abgeschlossen. So ganz weiß ich noch nicht, wie ich die erlebten Erfahrungen einordnen und abspeichern soll. Was in den vergangenen Tagen über das Kapitel auf diesem Blog gesagt wurde, entspricht meinen Gedanken. Doch nicht vollständig, da ist noch etwas Anderes, nicht greifbares, dass ich noch nicht zu beschreiben im Stande bin. Vielleicht wenn ein paar Tage (und vor allem Nächte) vergangen sind, werde ich mich dem Thema noch einmal nähern. Die Stille auf dem Blog lässt sich vielleicht mit der Beschaffenheit dieses Kapitels erklären. Bei der Planung des Fahrplans konnte ich noch nicht vorhersehen, was für eine Ausdauerleistung der Teil der Verbrechen uns abverlangen würde.

Ich bin begeistert, dass eine Weiterführung der Seite auf solche Zustimmung trifft. Gerne erkläre ich mich bereit, weiterhin diese Plattform am Leben zu erhalten, auch wenn es ein wirklicher Zeitfresser ist. Für ein kommendes Projekt, das ich gerne im Januar starten würde (mit 2 Wochen Vorbereitungsberichten) ist es allerdings unbedingt notwendig, das Portal noch etwas weiter zu bewerben. Denn wie das 2666-Projekt zeigt, funktioniert es nur, wenn sich 5-6 „Kolumnisten“ finden, die einmal wöchentlich bereit sind, einen Blogeintrag für die Startseite zu liefern. Die Anzahl der Leser ist weiterhin konstant hoch, doch es wäre sinnvoll für das nächste Projekt weitere Blogger und Kommentatoren zu gewinnen, um unseren eingespielten Kreis noch etwas zu erweitern.

Ich habe die bisher abgegebenen Vorschläge für die nächste Lektüre zur Kenntnis genommen und bin von einigen sehr angetan. Als Kommentar zu diesem Beitrag möchte ich jetzt noch einmal alle bitten, 2 (!) Vorschläge zu machen, welches Buch sie als nächstes besprechen möchten. In der nächsten Woche wird es dann eine Abstimmung geben, wie es weitergehen soll. Ich denke nicht, dass wir es auf Lateinamerika beschränken sollten. Was ich jedoch für sinnvoll erachte, ist dass das Werk nicht zu weit zurückliegen sollte. Wenn es ein etwas modernerer Autor ist, besteht vielleicht die Möglichkeit, wie bei 2666, Kontakte zum Verlag herzustellen und vielleicht den Übersetzer oder Lektor (oder andere interessante Menschen) für die Aktion zu gewinnen.

Das wichtigste ist jedoch, dass wir noch einige Blogger zusätzlich dafür gewinnen, sich aktiv an dem Projekt zu beteiligen. Anforderungen gibt es dabei keine, denn ich möchte noch einmal betonen, dass dieser Blog sich nicht in eine elitär wirkende Vereinigung von Spezialisten entwickeln soll. Es sind auch gerade die Meinungen der Genussleser, der Nichtliteraturwissenschaftler, der Leser, die einen Satz gut finden, weil er einfach schön klingt, oder sie an etwas erinnert, die mich und viele User begeistern und interessieren.

Falls sich also jetzt schon Leser für eine aktive Beteiligung am nächsten Projekt interessieren, bitte kontaktiert mich doch unter blog@zwei666.de! Anregungen, was man beim nächsten Projekt besser machen könnte, sind ebenfalls herzlich willkommen!

Bis dahin haben wir jedoch auch noch ein ganz schönes und ganz schön interessantes Stück 2666 vor uns, in das wir uns hoffentlich mit der gewohnten Begeisterung stürzen können…

32 Responses to “Stand der Dinge”

  1. Günter Landsberger

    Obwohl mir die Wahl sehr schwer fällt, mache ich – wie gewünscht -jetzt nur zwei Vorschläge:
    1.) Roberto Bolaño: „Die wilden Detektive“
    2.) Mario Vargas Llosa: „Die andere Seite des Lebens“ (= Gespräch in der „Kathedrale“ / Conversación en La Catedral )

    Beide Romane habe ich noch nicht gelesen. Weiß aber z. B., dass mit „Kathedrale“ keine Kirche, sondern ein Gasthaus, eine Wirtschaft gemeint ist.

  2. Günter Landsberger

    Mit Bezug auf den „Teil der Verbrechen“ ist festzuhalten, dass schon im „Teil der Kritiker“ – vorausdeutend, aber noch ohne direkten Bezug – auf die mexikanischen Serienmorde eingegangen wird: zuerst deutlich auf Seite 61 („Morini war der Erste der vier, der etwa zu dieser Zeit eine Nachricht über die Morde in sonora las“), dann noch deutlicher auf Seite 176, und zwar schon in Mexiko – ohne den in Italien gebliebenen Morini und mittlerweile auch ohne die plötzlich wieder zurückgereiste Norton. Der Name „Albert Kessler“ ist auf der Seite 177 noch ortlos; erst ab S.698 werden wir mehr erfahren.
    Viel früher allerdings, schon auf Seite 35, habe ich in den böse aufflackernden, mörderischen Gelüsten des Gauchosohns, von denen eine einst direkt davon bedrohlich betroffene musische „Witwe“ erzählt haben soll, eine Vorausdeutung auf einen den späteren Frauenmorden zumindest nahen Mentalitätsherd gesehen, ein Befund, den ich nach der Lektüre des ganzen Romans auch jetzt noch nicht als widerlegt betrachte.
    Auch sonst tauchen in den Träumen der vier Kritiker, wie auch mitunter in ihrem punktuell unversehens ausbrechendem Verhalten, mehr als Spurenelemente von Destruktivität auf.

  3. Andreas Gierth

    Auch wenn es schwer fällt, meine Wahl:
    Platz 1: „Die wilden Detektive“ von R. Bolano
    Platz 2: „Gespräch in der ‚Kathedrale'“ von Mario Vargas Llosa

    Ist das für Januar geplante Projekt das um unser neues Buch? Geht das Projekt „2666“ auch nach Ankunft gemäß Fahrplan weiter? Ich hoffe. Dann wird es ja noch mal spannend, wenn wir alle das ganze Buch gelesen haben und uns darüber austauschen. Oder? (Insofern wäre ich auch ganz froh, wenn wir uns auf „Die wilden Detektive“ einigen könnten, also bei Bolano blieben. Danach können wir ja dann was anderes machen:-))

    So ist es, es tauchen immer wieder – nicht nur bei den vier Kritikern – „mehr als Spurenelemente von Destruktivität auf“. Nur – ich wiederhole mich jetzt – diese mörderische Destruktivität hat meines Erachtens immer wieder auch zu tun mit dem Thema – vielleicht im weitesten Sinne – Erotik. Man muss – habe ich gerade getan – ja nur die Seite 35 noch einmal lesen. Der „Bursche (sah) sie von unten herauf mit einem Raubtierblick an, bereit, ihr auf Bauchnabelhöhe ein Messer einzutreiebn, sie dann bis hoch zu den Brüsten aufzuschlitzen“. Und sie? Sie sieht ein „seltsames Funkeln in seine(m) unerfahrenen Schlächterblick (…), was sie nicht davon abhielt, ihm widerspruchslos zu folgen“. Und dann: Als ihr in einem „resoluten, unterkühlten Englisch“ mitgeteilt wird, dass „ihr Mann sie seit geraumer Zeit suche“, erst dann verlässt sie, eine erfahrene Frau, den Park und den Jungen. (Was ist da alles in dem Park nicht passiert?)

    Natürlich ist das in dieser Szene ein ganz anderes Zusammenspiel von Tod und Erotik als das mit Blick auf die Taxifahrergeschichte und noch einmal ein ganz anderes Zusammenspiel mit Blick auf die Frauenmorde. Aber mir scheint, dass es eben immer wieder ein solches Zusammenspiel in diesem Buch gibt. (Alles noch nicht zu Ende gedacht.)

    Beste Grüße,
    A. Gierth

  4. Günter Landsberger

    „Dann wird es ja noch mal spannend, wenn wir alle das ganze Buch gelesen haben und uns darüber austauschen.“

    Darauf warte ich auch und freu mich schon darauf.

  5. Marvin Kleinemeier

    Da für die letzten beiden Kapitel sehr viel Zeit im Plan einberaumt ist, hätte ich einen Vorschlag zu machen: Wir nehmen uns einfach eine Woche Urlaub von 2666 (Mitte November vielleicht) und besprechen einen der kurzen Romane Bolaños…vielleicht Chilenisches Nachtstück…

  6. Günter Landsberger

    Oder die Erzählungssammlung „Telefongespräche“?

  7. Marvin Kleinemeier

    Auch denkbar! (Telefongespräche)

    Christian Hansen meinte nach der Veranstaltung in Köln zu einer Leserin, dass die Telefongespräche der perfekte Einstieg in das Werk Bolaños wären.

    Machen wir doch einfach mal Nägel mit Köpfen…

    Vom 23. bis zum 30. November nehmen wir eine Woche Abstand von 2666, um uns den Telefongesprächen zu nähern (Jeden Tag eine Erzählung?) und starten dann am 1. Dezember in den Teil von Archimboldi.

    Wer wäre dabei?

  8. Günter Landsberger

    Ich bin dabei, sofern die andern hier zustimmen.

  9. Marvin Kleinemeier

    Dann wollen wir mal noch warten, ob sich noch wer meldet…Vielleicht könnte man auch einfach 7 Erzählungen auswählen…

  10. Andreas Gierth

    Können wir machen!!! Vielleicht müssten wir eine Auswahl von Erzählungen treffen. Habe viel zu tun und schaffe das Buch vielleicht nicht in einer Woche.

  11. Marvin Kleinemeier

    Vielleicht kriegen wir 7 Leute zusammen, dann wählt jeder eine Erzählung aus, die er im Vorfeld schon liest, um dann an einem vereinbarten Tag in dieser Woche einen Beitrag zu veröffentlichen, der dann von allen kommentiert werden kann. Ich werde auch noch versuchen Christian Hansen ins Boot zu holen, obwohl er wahrscheinlich gerade nicht sehr viel Zeit hat, etwas ausführliches zu verfassen, da er bereits über neuen Bolaño-Übersetzungen brütet! Zumindest werde ich ihn aber fragen, welche 7 Erzählungen des Bandes er ausgewählt hätte.

    Bisher dabei:

    Andreas Gierth
    Günter Landsberger
    Marvin Kleinemeier

    fehlen noch 4…

  12. Dietmar Hillebrandt

    Habe das „Chilenische Nachtstück“ ungelesen auf dem Schreibtisch liegen, werde ich auch lesen und schreibe gern einen Kommentar, aber langweilen sich die Herren mit dem „Teil der Verbrechen“ schon so sehr? Über Tod, Sex, Religion, Gesellschaft, Gewalt und Männer ist doch noch lange nicht alles gesagt!

  13. Günter Landsberger

    Auf den ersten Blick interessieren mich die Erzählungen von Seite 79 – 118 besonders: „Der Wurm“ (S.79 – S.93), „Der Schnee“ (S.94 -S.113), „Noch eine russische Erzählung“ (S.114 – S.118).
    Mindestens eine dieser kurzen Erzählungen (wenn nicht alle drei) könnte ich also gerne übernehmen. Sollten sich indessen gerade hier unsere vorrangigen Interessen überschneiden, kann ich mir unschwer auch eine andere Erzählung vornehmen.

  14. Günter Landsberger

    Zu Dietmar Hillebrandt:

    Von einem Sich-Langweilen bei Teil IV und V kann natürlich überhaupt keine Rede sein. Nur: Inzwischen habe zum Beispiel ich nach längst abgeschlossener (erster) Gesamtlektüre schon zu sehr das Romanganze im Blick und kann daher von diesem (immer noch vorläufigen) Blick auf das Ganze auch in Detailfragen kaum anders als nur künstlich-naiv Abstand nehmen.
    Ich kann z. B. jetzt schon nicht mehr vergessen, dass mir bei der Lektüre von „2666“ unversehens der „Simurgh der Wüste“ (S.762) untergekommen ist. Diese Fährte habe ich natürlich sofort aufgenommen und recht bald gemerkt, dass wir es hier mit einer uns kritisch aufschlussreich weiterführenden Jorge Luis Borges – Fortschreibung zu tun haben, die noch auf eine Anwendung, eine Erwägung auf das Romanganze hin wartet.

  15. Andreas Gierth

    Mir geht es genau so wie Günter Landsberger. Ware gespannt aufs Reden übers Ganze.

  16. Dorota

    Ich wäre auch dabei, wenn wir ab Januar zusammen ein Buch lesen würden. Meine Vorschläge:
    1. „Das Haus“ von Marek Danielewski
    2. „Ulysses“ von James Joyce
    Es sind Bücher, die ich schon immer lesen wollte, aber ich denke, zusammen wäre es spannender.
    Grüsse von Dorota

  17. Günter Landsberger

    Nebenbei: Mit einer gemeinsamen Lektüre von „Ulysses“, ein auch auf mich noch wartendes Buch, wäre auch ich sehr einverstanden. – Und danach „Paradiso“ (1966!) + „Inferno“ von José Lezama Lima?

    (Aber ich habe ja schon zwei Vorschläge gemacht, an denen ich festhalte.)

  18. Marvin Kleinemeier

    Da die Mehrzahl der Rückmeldungen (Kommentare und Emails) als eine Möglichkeit die Wilden Detektive dabei hatten, werden wir wohl bei Bolaño bleiben!

  19. Dorota Federer

    @Günter: wir können zusammen „Ulysses“ lesen und eine Joyce-Community gründen 😉
    @Marvin: Bolano ist für mich auch ok. Ich werde wohl dabei sein!

  20. Marvin Kleinemeier

    Lima finde ich auch sehr interessant!!

    Aber erstmal die wilden Detektive, vielleicht dieses Mal mit einem etwas strammeren Leseplan, dass wir vielleicht in 6 WOchen durch sind!

  21. Günter Landsberger

    @Dorota Warum nicht? In der Wollschläger-Übersetzung. (Die allererste „Ulysses“-Übersetzung ins Deutsche, von Goyert, hab ich auch.)

  22. Andreas Gierth

    Beim „Ulysses“ mache ich sofort mit. Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich ihn trotz vieler Versuche noch nicht zu Ende gelesen habe. Besitze die gebundene, kommentierte Suhrkamp Ausgabe. Hervorragende Ausgabe! Hätte auch gleich ein Thema, welches mich besonders interessiert, die Diskussion eingrenzen würde und den Bezug zu Bolano nicht verlieren würde. Und zwar das Thema Geschichte: „History ist a nightmare from which I am trying to awake. (…) What if that nightmare gave you a back kick?“ (In der Suhrkamp Ausgabe S. 49, in dem Gespräch zwischen Mr. Deasy und Stephen) Dieses Thema der Geschichte scheint mir doch ganz besonders interessant auch für „2666“ zu sein.
    Bei Jose Lezama Lima mache ich auch sofort mit. „Paradiso“ habe ich mal als Jugendlicher gelesen, „Inferno“ kenne ich noch nicht.
    Aber wie gesagt, „Ulysses“ wäre schon gut. Und damit das Faß bald überläuft, bringe ich jetzt noch einen Vorschlag ein. „Die Fälschung der Welt“ = „The Recognitions“ von William Gaddis. Ein hervorragender Autor. Das Buch würde ich auch noch mal lesen. Vielleicht nach dem „Ulysses“. Ich hör jetzt auf.
    Betse Grüße,

    A. Gierth

  23. Dorota Federer

    Ich habe auch die kommentierte „Ulysses“ Ausgabe von Suhrkamp. Und die Übersetzung ist von Wollschläger.

    Paradiso und Inferno sind jeweils vergriffen 🙁

    Grüsse
    Dorota

  24. Marvin Kleinemeier

    @Dorota

    Inferno habe ich auf die Schnelle auch nicht gefunden, aber Paradiso scheint in zwei Ausgaben lieferbar zu sein laut Amazon…

  25. Dorota Federer

    Danke für Eure Antworten. Ich muss dem nachgehen, denn über meine Buchhandlung in der ich arbeite kann ich die Bücher nicht bestellen, weil die Lieferanten melden, dass sie vergriffen sind. Höchstwahrscheinlich hat Amazon noch Restposten am Lager, und vielleicht haben die Verlage (Ammann und Suhrkamp) noch Restexemplare.
    Schönen Sonntag!

  26. Dietmar Hillebrandt

    Da wir uns jetzt anscheinend in dem bibliophilen Bereich der vergriffenen Bücher bewegen, hier noch ein exotischer Vorschlag für einen zumindest als deutschen Romancier Vergessenen:
    Siegfried Kracauer: „Ginster“ und „Georg“ ( gab´s mal bei Suhrkamp, jetzt nur noch in der Werksausgabe liferbar).
    Ich habe noch nie einen Roman von Kracauer gelesen!
    Ansonsten tendiere ich zu „Die wilden Detektive“ oder „Ulysses“.
    (den lesen wir natürlich im Original!:-)

  27. Günter Landsberger

    Für Leute, die das Paradies, sprich „Paradiso“ suchen, gäbe es z. B. hier etwas:

    http://www.booklooker.de/app/result.php?zid=fd9f90152d392e491f9115f108f789c9&sortOrder=titel&js_state=on&setMediaType=0&autor=Lima%2C+Jos%E9+Lezama&titel=Paradiso&infotext=&oldBooks=on&newBooks=on&x=18&y=0

    (mal teurer, mal preiswerter)

    „Ginster“ und „Georg“ hab ich, gab’s früher in der Bibliothek Suhrkamp.

    Von den vergesseneren deutschsprachigen Autor…en interessieren mich besonders: Ludwig Winder, Ernst Weiß, George Saiko („Auf dem Floß“!), Albert Vigoleis Thelen, H.G. Adler, Libuse Moníková …

  28. Dorota Federer

    Guten Morgen,

    in Deutschland sind die Bücher „Paradiso“ und „Inferno“ über Buchhandel wohl nicht lieferabr. In der Schweiz aber schon 🙂
    Schöne Woche!

  29. Dietmar Hillebrandt

    Auch ein Riesenfragment des 20. Jahrhunderts, aber vom Anfang, nicht wie bei Bolano vom Ende:

    Robert Musil „Der Mann ohne Eigenschaften“

    Dem Ende (des 20.)sind wir zwar näher, aber wir stecken „alle“ auch in den Anfängen des 21.

  30. Günter Landsberger

    @ Dietmar Hillebrandt
    Bei einem Projekt gemeinsame Besichtigung von Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ wäre ich natürlich auch gerne dabei.

    Im Moment treibt mich allerdings die Frage um, woran es denn liegt, dass der von Ricardo Piglia so hochgerühmte Roman „Museo de la novela de la Eterna“ von Macedonio Fernández offenbar überhaupt noch nicht ins Deutsche übersetzt worden ist. Bei Piglia lese ich: „Macedonio beginnt 1904 mit der Niederschrift des MUSEO und arbeitet an dem Buch bis zu seinem Tod. Fast fünfzig Jahre lang begräbt er sich systematisch in einem maßlosen Werk. Das Beispiel Musils, DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN. Ein Buch, dessen Konzeption von sich aus die Möglichkeit ausschließt, es zu beenden: Der unendliche Roman, der sämtliche Varianten und sämtliche Abschweifungen in sich schließt; der Roman, der so lange dauert wie das Leben desjenigen, der ihn schreibt.“
    (Ricardo Piglia: „Kurzformen / Babylon, Borges, Buenos Aires“/ Aus dem Spanischen von Elke Wehr, Berlin 2006, S. 17)

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